Herpes: Hauterkrankungen durch virale Infektion

Windpocken, Gürtelrose oder Lippenherpes – diese und viele weitere Erkrankungen, die mit Schädigungen der Haut einhergehen, werden durch eine Infektion mit Herpesviren ausgelöst. Die Infektionskrankheit ist weltweit stark verbreitet. Einmal angesteckt, schlummert das Virus ein Leben lang im Körper und kann bei einer Schwächung des Immunsystems oder anderen gesundheitsbelastenden Faktoren immer wieder ausbrechen.

Verschiedene Herpesviren.
Unterschiedliche Erkrankungen.

Es gibt 8 verschiedene Herpesviren, die zu Infektionen bei Menschen führen. Sie werden deshalb auch als humane Herpes-Viren, kurz HHV, bezeichnet. Die verschiedenen Typen sind von 1 bis 8 nummeriert und können unterschiedlichste Krankheiten hervorrufen.

Spricht man von „Herpes“, sind damit meist die typischen Symptome gemeint, die von Herpes simplex ausgelöst werden. Der Herpes-simplex-Virus vom Typ 1 (HSV 1) ist verantwortlich für Lippenherpes (Herpes simplex labialis), während Typ 2 häufig mit Bläschen im Genitalbereich einhergeht. Beide Viren-Typen können jedoch Symptome in beiden Körperregionen verursachen.

Charakteristisch für den Herpesvirus Typ 3 sind Rötungen, Bläschen und Hautausschläge. Die als Herpes Zoster bekannte Infektion kann bei Kindern Windpocken auslösen und anschließend im Erwachsenenalter Gürtelrose mit schmerzhaftem Ausschlag an Brust und Bauch, aber auch im Gesicht, an Hals und Kopfhaut hervorrufen. Die Herpesviren vom Typ 4 bis 8 sind an schwerwiegenderen Erkrankungen wie beispielsweise dem Kaposi-Sarkom oder Pseudo-Röteln beteiligt.

Lippenherpes:
Einmal angesteckt. Immer infiziert.

Besonders weit verbreitet ist Lippenherpes. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts sind rund 90% aller Erwachsenen in Deutschland mit Herpes simplex vom Typ 1 infiziert. Die Erstinfektion erfolgt meist schon im Kindesalter durch engen Körperkontakt zu Eltern und Geschwistern, die das Virus bereits in sich tragen.

Da die erste Infektion oft ohne die typischen Fieberbläschen an der Lippe verläuft, bleibt sie meist unbemerkt. Lippenherpes ist nicht heilbar. Einmal angesteckt, schlummert das Virus für immer im Körper und kann jederzeit ausbrechen.

Küssen verboten.
Hohe Ansteckungsgefahr bei Herpes.

Herpesviren übertragen sich vor allem durch eine sogenannte Schmierinfektion bei engem Körperkontakt oder direkten Kontakt zu kontaminierten Gegenständen. Eine Übertragung durch Tröpfcheninfektion, bei der sich Krankheitserreger durch Niesen und Husten über die Luft verbreiten, ist eher selten.

Der Inhalt der Lippenbläschen ist bis zur Krustenbildung hoch ansteckend. In der akuten Herpesphase ist deshalb enger Körperkontakt unbedingt zu vermeiden. Um die Ausbreitung der Viren zu verhindern, darf die infizierte Stelle nicht mit den Händen berührt werden. Herpescremes, wie ilon Lippencreme HS oder andere Mittel zur lokalen Behandlung deshalb immer mit einem Wattestäbchen auftragen.

Herpesviren werden auch über Gegenstände wie Besteck und Geschirr, Textilien oder Kosmetika übertragen, da sie mit ausreichender Feuchtigkeit bis zu 48 Stunden außerhalb des Körpers überleben können. Um das Ansteckungsrisiko gering zu halten, sollten bei Lippenherpes keine Handtücher, Decken, Gläser oder sonstige Haushaltsgegenstände mit Angehörigen und Freunden geteilt werden.

Besonders gefährdet sind Neugeborene und schwangere Frauen, die sich erstmals mit dem Herpesvirus infizieren. In beiden Fällen muss sofort ein Arzt aufgesucht werden!

Kribbeln. Brennen. Bläschen.
Erste Symptome bei Lippenherpes.

Von der Ansteckung mit Herpesviren bis zum Auftreten der Symptome vergehen zwischen drei und sieben Tagen. Erste Anzeichen für einen Herpesausbruch können ein Kribbeln, Brennen, Jucken und Spannen an der Lippe sein.

Ohne Behandlung dauert ein Herpesausbruch etwa sechs bis zehn Tage und verläuft in mehreren Phasen, die fließend ineinander übergehen. Kribbelt oder brennt die Lippe, entwickeln sich meist innerhalb weniger Stunden oder spätestens am Folgetag unschöne Bläschen, die sich mit Flüssigkeit füllen. An der betroffenen Stelle fühlt sich die Lippe stark gespannt oder geschwollen an. Während dieser viralen Herpesphase ist die Ansteckungsgefahr am größten.

Nach etwa drei Tagen platzen die Herpesbläschen von selbst auf. Auf den empfindlichen kleinen Wunden bildet sich ein schützender Schorf; er fällt nach ca. einer Woche ab.

Die 6 typischen Phasen bei Lippenherpes:

Phase 1
Erstes Kribbeln und Brennen

Herpesviren haben Zellen infiziert und bereiten sich auf ihren Reproduktionszyklus vor.

Phase 2
Bläschen bilden sich

Die Herpesviren verbreiten sich aktiv auf gesunde Hautzellen.

Phase 3
Nässende Bläschen

Herpesviren verbreiten sich durch Zerstörung der infizierten Zellen.

Phase 4
Offene Bläschen

Die akute Herpesinfektion ist vorüber, die geschädigte Haut bleibt aber anfällig für Bakterien.

Phase 5
Schorf- und Krustenbildung

Die Haut heilt unter den Krusten langsam ab.

Phase 6
Herpesfreie Phase

Nach dem Herpes ist vor dem Herpes.

Herpes-Trigger:
Sonne. Stress. Schwaches Immunsystem.

Im Körper schlummernde Herpesviren können jederzeit aus ihrem Ruhemodus erwachen. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Reaktivierung. Wie häufig es zu einem erneuten Herpesausbruch kommt, hängt vom Einzelfall ab.

Begünstigt werden die Ausbrüche durch verschiedene Triggerfaktoren wie Krankheit, Stress, Alkohol und Zigaretten. Auch starke Ekelgefühle, Hormonschwankungen oder zu viel Sonne können eine Herpes-Episode auslösen.

Erkältungskrankheiten

Ist das körpereigene Abwehrsystem mit Krankheiten wie einer Erkältung oder Grippe beschäftigt, kann es schnell zu einer Herpes-Reaktivierung kommen. Zur Abwendung einer Herpes-Episode empfiehlt es sich vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen und die Lippen mit ausreichend Feuchtigkeit und Pflege zu versorgen.

Stress und Schlafmangel

Auch Dauerstress im Beruf, Prüfungsangst, starke psychische Anspannung und andauernder Schlafmangel können die Immunabwehr schwächen und einen Herpesausbruch begünstigen. Der in Stresssituationen häufig vermehrte Konsum von Alkohol und Zigaretten kann den Negativ-Effekt noch verstärken.

Sonne und Klimawechsel

Viele Herpes-Infizierte klagen besonders in den Sommermonaten und auf Reisen über den unschönen Ausschlag an der Lippe. Zuviel Sonneneinstrahlung kann das Immunsystem belasten und Lippenherpes reaktivieren.

Gesund leben.
Herpes vorbeugen.

Vor einer Ansteckung mit Herpesviren kann man sich kaum schützen. Ein gesunder Lebensstil und die gezielte Pflege der Lippen kann das Risiko eines erneuten Ausbruchs von Lippenherpes jedoch verringern und die Intervalle zwischen den Episoden verlängern.

Immunsystem stärken

Eine starke Immunabwehr ist der beste Schutz gegen Lippenherpes. Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung unterstützen das Immunsystem in der Abwehr krankheitserregender Viren und Bakterien. Hilfreich ist zudem der Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten, die das natürliche Abwehrsystem unnötig belasten.

Stress vermeiden

Dauerhafter Stress und innere Anspannung gehören zu den häufigsten Auslösern eines Herpesausbruchs. Mit regelmäßigen Auszeiten und Ruhe lässt sich starker mentaler Belastung bewusst entgegenwirken.

Vor Sonne und Kälte schützen

Intensive UV-Strahlung belastet die Immunabwehr und Herpesviren können sich schneller verbreiten. Zur Reduzierung der Strahlenbelastung empfiehlt sich die regelmäßige Anwendung einer Pflegecreme mit UV-Schutz. Verzichten Sie auch im Winter nicht auf die tägliche Lippenpflege: Bei Minusgraden ist die sensible Lippenpartie mit fetthaltigen Pflegeprodukte gut geschützt.

Von Honig bis Homöopathie.
Lippenherpes behandeln.

Herpes lässt sich zwar leider nicht ursächlich behandeln, der Heilungsverlauf kann jedoch beschleunigt und die Symptome gelindert werden.
Zur Anwendung kommen unter anderem folgende Behandlungsmethoden:

Hausmittel bei Lippenherpes

Nicht alles, was Herpes-Geplagte in ihrer Verzweiflung ausprobieren, hat die gewünschte Wirkung und kann den Heilungsprozess sogar verlangsamen.
Bei Experimenten ist deshalb äußerste Vorsicht angeraten.

Honig soll Studien zufolge aufgrund seiner antimikrobiellen und wundheilungsfördernden Eigenschaften die Abheilung der Lippenbläschen beschleunigen. Zur Behandlung flüssigen Honig auf eine sterile Mullbinde geben und die betroffene Stelle mehrmals täglich sanft abtupfen. Verhindern kann Honig einen Herpesausbruch allerdings nicht und ist daher nicht zur Vorbeugung geeignet.

Einige Betroffene schwören auf Teebaumöl bei Lippenherpes. Die ätherischen Öle, die in entsprechenden Salben und Tinkturen enthalten sind, können infizierte Haut jedoch reizen und sind deshalb nicht zu empfehlen.

Zitronenmelisse wird ebenfalls ein positiver Effekt nachgesagt. Bei rechtzeitiger Anwendung können sich Schwellungen und Rötungen demnach nach einigen Tagen zurückbilden.

Keine Experimente mit Zahnpasta!

Zahncreme eignet sich nicht zur Behandlung von Lippenherpes. Aufgrund der schnellen Trocknung kann die Schutzschicht über den Bläschen schnell aufreißen und so die Abheilung verzögern. Viele Zahncremes enthalten zudem Substanzen, die die empfindliche Haut reizen und Beschwerden verschlimmern können.

Finger weg von Herpesbläschen!

Von mechanischen Maßnahmen wie etwa dem Aufstechen von Lippenbläschen ist unbedingt abzusehen. So gelangt Schmutz in die Wunde und Bakterien können sich ausbreiten. Zudem ist die Flüssigkeit in den Bläschen hoch ansteckend und kann von den Händen auf andere Menschen übertragen werden.

Lippenherpes-Mittel aus der Apotheke.

In Apotheken sind verschiedene Präparate erhältlich, die bei einem Herpesausbruch zur Anwendung kommen können.
Die Palette reicht von medizinischen Cremes und Pflastern zur äußeren Anwendung bis zu Tabletten und homöopathischen Mitteln zum Einnehmen.

Herpes-Cremes zum Auftragen

Bei Lippenherpes haben sich spezielle medizinische Cremes bewährt. ilon Lippencreme HS pflegt und schützt die Lippen in allen Phasen einer Lippenherpes-Episode. Frühzeitig angewendet schützt der enthaltene Mikroalgen-Aktivstoff Spiralin die sensible Lippenpartie gegen äußere Einflüsse und trägt zur Vorbeugung eines Herpesausbruchs bei.

Ist die Infektion bereits ausgebrochen, kann die Ausbreitung der unangenehmen Bläschen verhindert werden: Der Mikroalgen-Aktivstoff Spiralin legt einen Schutzfilm auf gesunde Hautzellen und blockiert das Eindringen der Herpesviren in die Zellen. Gesunde Zellen werden so nachhaltig geschützt. Zudem kann die typische Krustenbildung durch Spiralin vermindert und die Regeneration der Lippen nachhaltig gefördert werden. Und auch nach einem Herpesausbruch hat sich ilon Lippencreme HS bewährt.

Herpes-Medikamente zum Einnehmen

Gegen Rezept sind in Apotheken Tabletten mit den antiviralen Wirkstoffen Aciclovir, Famciclovir und Valaclovir erhältlich, deren Anwendung einen Lippenherpes-Ausbruch im Allgemeinen um etwa einen Tag verkürzen und die Beschwerden lindern kann.
Kautabletten auf Basis des Wirkstoffs Lysin sind als diätetisches Lebensmittel rezeptfrei verfügbar und können das Viren-Wachstum hemmen. Betroffene können zwar von einer hochdosierten L-Lysin-Ernährung profitieren, damit jedoch keine gesunde Lebensweise und ausgewogene Ernährung ersetzen.

Für die Einnahme von Tabletten gilt das Gleiche wie für die Anwendung sonstiger Mittel bei Lippenherpes: Die Behandlung sollte möglichst in einem frühzeitigen Stadium begonnen werden, wenn sich die Herpesviren noch nicht komplett ausgebreitet haben.

Herpes-Pflaster zum Abdecken

Besonders bei Frauen sind Herpespflaster beliebt, da sich die unschönen Lippenbläschen damit abdecken und zum Teil mit Make-up und Lippenstift überschminken lassen. Das Abschließen der Bläschen soll die Ausbreitung der Herpesviren verhindern. Bei bereits geöffneten Bläschen versprechen die Herpes-Patches eine Beschleunigung der Wundheilung.

Herpespflaster enthalten keine antiviralen Wirkstoffe. Die dünnen Pflaster können bei einzelnen Lippenbläschen und kleinerem Befall hilfreich sein und zusätzlich vor direktem Kontakt mit den ansteckenden Bläschen und Verunreinigungen der Wunden schützen. Bei großflächigerem Lippenherpes sind die kleinen Pflaster zum vollständigen Abdecken nicht geeignet.

Herpes homöopathisch behandeln

Die Klassische Homöopathie behandelt keine Symptome oder Diagnosen, sondern betrachtet den Menschen als Ganzes bzw. in seiner individuellen Lebenssituation. Zur Behandlung von Lippenherpes stehen verschiedene homöopathische Mittel zur Verfügung, die von einem erfahrenen Homöopathen oder Heilpraktiker je nach Auftreten und Verlauf des Hautauschlags sowie den auslösenden Faktoren des Herpesausbruchs gezielt für den Betroffenen verordnet werden.

Bei schwerem Befall oder sehr häufigen Lippenherpes-Schüben ist die Anwendung homöopathischer Globuli oder Salben meist nur begleitend zur schulmedizinischen Behandlung zu empfehlen.

Sie fragen.
Experten antworten.

Ist man immer ansteckend, wenn man mit Herpesviren infiziert ist?

Nein, die Gefahr andere Menschen zu infizieren, besteht nur in akuten Lippenherpes-Phasen. Der Inhalt der Herpesbläschen ist bis zur vollständigen Abheilung hoch ansteckend. Bitte vermeiden Sie deshalb in dieser Zeit engen körperlichen Kontakt mit anderen Personen sowie die gemeinsame Nutzung von Geschirr, Besteck, Kosmetika und anderen Alltagsgegenständen.

Kann man sich gegen Lippenherpes impfen lassen?

Bislang gibt es noch keinen Impfstoff gegen Herpesviren. Zur Vorbeugung einer Erstinfektion sollte man engen Körperkontakt mit Menschen, die an akutem Lippenherpes leiden, meiden und auf gründliche Hygiene achten.

Sollten Sie bereits mit Herpes-simplex-Viren infiziert sein, stärken Sie Ihre Immunabwehr durch eine gesunde Lebensführung mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und ausreichend Schlaf, um einem Herpesausbruch gezielt vorzubeugen.

Warum entstehen Herpesbläschen an der Lippe?

Lippen sind sehr empfindlich. Sie haben keine Schweiß- und Talgdrüsen, mit denen der Körper Schadstoffe abstoßen kann. Zudem trocknet die sensible Haut schnell aus. Die Trockenheit und mangelnde Selbstreinigungsfunktion machen Lippen für Umweltbelastungen und Krankheitserreger besonders anfällig. Zudem können Herpes-simplex-Viren, die für Lippenherpes verantwortlich sind, in der Mundregion sehr gut gedeihen.

Können sich Herpesviren auch auf Textilien verbreiten?

Ja, bei einer gemeinsamen Nutzung von Handtüchern, Bettwäsche oder anderen Textilien besteht das Risiko einer Infizierung mit Lippenherpes. Aktuellen Untersuchungen zufolge können Herpesviren bei einer 40-Grad-Wäsche überleben. Sämtliche Textilien, die bei einem akuten Lippenherpes-Befall verwendet werden, sollten deshalb bei 60 Grad gewaschen werden.

Kann man von Lippenherpes auch Genitalherpes bekommen?

Lippenherpes wird meist von Herpes-simplex-Viren Typ 1 verursacht, Genitalherpes hingegen von Typ 2. Da beide Viren derselben Gattung angehören und sich recht ähnlich sind, besteht das Risiko, Lippenherpes durch Kontakt mit den Händen oder bei oralen Sexualpraktiken auch auf den Genitalbereich zu übertragen.

Darf ich mein Kind bei akutem Lippenherpes stillen?

Da Herpes-simplex-Viren nicht über die Muttermilch übertragen werden, besteht für das Baby keine Ansteckungsgefahr beim Stillen. Achten Sie jedoch stets auf eine gründliche Hygiene und decken Sie immer alle vom Herpes betroffenen Stellen sorgfältig ab.

Verzichten Sie während der akuten Herpesphase darauf, das Baby zu küssen, um eine Infektion zu vermeiden und das Kind zu gefährden.